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Dschungelbuch Premiere PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Hermann Gerdes   
Montag, den 14. Juni 2010 um 11:41 Uhr

„Dschungelbuch“ als junge, schwungvolle, lehrreiche und farbige Schauspiel-Pirouette
mit Spektakel, herrlichem Gesang und Tanz


Begeisternde Premiere auf der Waldbühne Ahmsen vor 1.200 begeisterten großen und kleinen Fans



Ob die erst vierjährige Nadine aus dem ostfriesischen Weener oder der schon elfjährige Jan aus Ankum – sie und 1.200 weitere kleine und große Fans waren begeistert und klatschten minutenlang Beifall. Die Waldbühne Ahmsen hatte zur Premiere des „Dschungelbuches“ geladen. Nach langer und mühseliger Probenarbeit hatte Regisseur Walter Edelmann die 88 Darsteller auf die Bühne entlassen. Sie lieferten ein wahres Meisterwerk ab, eine schwungvolle Pirouette, in der flotte Tänze und beschwerte Lieder unbeschwert vorgetragen zur Freude des verzückten Publikums überwogen.

Ein Glanzstück, ja ein kleines Kunstwerk, hat Regisseur Walter Edelmann geschaffen. Mit dem „Kleinen Muck“, den er in seiner ersten Saison 1990 inszenierte, hat das „Dschungelbuch“ keine Ähnlichkeit mehr. Heute ist eine andere Mischung gefordert. Und Edelmann & Co., eine 85köpfige eingeschworene Crew, liefert diesen Mix aus Melodie mit eingängigem und lehrreichen Text, Lied und Tanz. Dazu das Farbspektakel mit grellen, bunten Kostümen und aufgedonnertem Bühnenbild.

Edelmann lässt fast alle Darsteller während des 110minütigen Bühnenwerkes auf der Bühne. Da tollen sich die Affen von King Louis alias Benni Büscher bis zum 20. Affen alias Alina Kaiser. Sie kommen aus Lindern, Westerloh, Holte, Lingen, Werlte, Herzlake, Sögel, Vrees, Lorup, Löningen, Haselünne und natürlich aus Ahmsen und beweisen, dass das Kinder-Musical hier längst zum Spielvergnügen nicht nur des Hümmlings geworden ist.

Die Elefanten sind Majestäten, können aber nicht marschieren. Colonel Hathi (Tom Lüken) bringt es ihnen unnachahmlich – nicht bei. Balu, der Bär, ist eine Glanzrolle für Stefan Hackmann, Gert Lübken ist der Tiger Shir Khan geradezu ins Gesicht geschrieben. Mario Wingbermühlen bringt als Schlange Kaa die Wende im Dschungel.

Herrlich die Geier, die Wölfe, die Stinktiere, Papageien, Pfauen, Stachelschweine und die Papageien. Ein Festspiel für die Sinne, für Augen und Ohren. „Ich bin sehr nervös“, meinte Gerrit Klawitter noch vor den Beginnzeichen. Aber später war davon nichts zu merken, als er in „Moglis“ Rolle schlüpfte. Mit Bravour meisterte der gerade elf Jahre alt gewordene Junge aus Vrees alle Szenen und gab der Hauptfigur das nötige Profil.

Neben der Regiearbeit von Walter Edelmann, dessen 22 Inszenierungen in Ahmsen bis heute mehr als 450.000 Zuschauer verfolgten (ein Rekord nicht nur für Ahmsen, sondern für alle deutschen Freilichtbühnen !), wären die Strapazen von Elke Heilsberger (Bargteheide) zu erwähnen. Sie „wohnt“ in jedem Frühjahr auf der Waldbühne. Dabei entstehen Kostüme, die bilderreich, technisch ausgefeilt, in ihrer Echtheit begeistern. Irina Kempel, wie der Regisseur aus Lingen, hat flotte und temperamentvolle Tänze, mit der lehrreichen Spielschar eingeübt. Die eigens für Ahmsen arrangierte ebenso schwungvolle Musik von Frank Engeln (Rheine) geht ins Ohr. Mancher Premierengast hatte das ein oder andere Lied noch auf den Lippen, als er am Abend vor dem Fernseher die Fußball-WM verfolgte und damit leise die störenden Vuvuzelas vertrieb. Welch ein Gegensatz !

„Nur gemeinsam sind wir stark“. Diese Botschaft geht vom „Dschungelbuch“ in Ahmsen aus. Die diesjährige Inszenierung des zur Tradition werdenden Kinder-Musicals ist trotzdem ein Spektakel – ein Vergnügen für Kinder. Also: Wer seinen Kindern eine Freude bereiten will …

Ahmsens erster langjähriger Regisseur Anton Funke (1949 – 1976 für beide Stücke) gebrauchte einst ständig Schillers berühmte Sentenz ’Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt’, die den homo ludens, den spielenden Menschen, erklärte. Das Spiel setzt nach diesem Konzept in der Aktivität Kreativität, Kraft und Energie frei. Beim „Dschungelbuch“ wurde deutlich, dass diese Rückbesinnung immer noch stimmt; aber hier in Ahmsen müsste der Satz leicht verändert werden: „Das Kind ist nur da ganz Kind, wo es singt und tanzt“. Viel Vergnügen auch der munteren Spielerschar bei den weiteren Terminen vom 26. und 27. Juni bis zum 8. August (jeweils um 15.30 Uhr).




Viele bunte Bilder sehen die Zuschauer in der Inszenierung des „Dschungelbuches“ auf der Waldbühne Ahmsen



Das Publikum ging begeistert mit bei der Premiere in Ahmsen.

 

Text und Fotos: Hermann Gerdes

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 23. Juni 2010 um 13:22 Uhr